Spätestens wenn das Thermomenter wieder über die 10°C Marke klettert (auch nur für kurz) sind die Zecken wieder aktiv.

Um sich und Ihr Tier zu schützen gibt es viele verschiedene Varianten von sehr “natürlich” bis “chemisch” und noch ne Menge dazwischen. Da ich weder das eine noch das andere Verteufeln oder in den Himmel loben möchte, hier eine kurze (mit Sicherheit nicht vollständige) Auflistung einiger Möglichkeiten und deren Vor- und Nachteile. Hier ein Link zu einer Infoseite über Zecken und deren Gefahren.

Kokosöl

Anwendung: Muß vor jedem Spaziergang dünn auf das Fell des Tieres aufgetragen werden.

Vorteil: ungiftig, es gibt einige Berichte/Studien das es Zecken abhalten soll. Z.b. Hier ein Artikel aus dem Ärzteblatt

Nachteil: eher sehr kurze Wirksamkeit, je nach Fellqualität “paniert” das Kokosöl den Hund/ die Katze so sehr das es nicht durchführbar ist, muß vor jedem Spaziergang wiederholt werden, kein 100%iger Schutz das Tier sollte dennoch regelmäßig nach Zecken abgesucht werden.

Schwarzkümmelöl

Anwendung: sowohl innerlich ins Futter als auch Äußerlich auf Haut/Fell auftragbar.

Vorteil: ungiftig, die Wirkung soll über Abschreckung der Zecke durch div. ätherische Öle kommen. Innerlich angewendet hat es außerdem noch viele weiter positive Effekte (Entzündungshemmung, Fellverbesserung, Quelle von essentiellen Fettsäuren)

Nachteil: kann durchaus auch zu Bauchschmerzen führen wenn zu viel gegeben wird, Äußerlich angewendet kann es zu den gleichen “Paniereffekt” kommen wie beim Kokosöl, Wirksamkeit ist ebenfalls eher kurz, kein 100%iger Schutz das Tier sollte dennoch regelmäßig nach Zecken abgesucht werden.

Knoblauch

Sollte auf keinen Fall als antiparasitäres Mittel verwendet werden da es für Hund und Katze giftig ist! Die tödliche Dosis wird zwar “erst” ab 5g pro KG Körpergewicht angegeben, aber auch geringere Mengen führen auf Dauer zu einer Schädigung der roten Blutkörperchen. Daher ist die nicht nachgewiesene abschreckenden Wirkung gegen Zecken das Risiko einer Anämie und Vergiftung sicherlich nicht wert!

Zeckenhalsbänder

Anwendung: Werden dem Tier einmal umgelegt und verteilen dann meist ein Micropuder über den Körper des Tieres.

Vorteil: einfache Anwendung, das Tier nimmt keinen Wirkstoff auf, oft im freien Handel erhältlich, Wirkweise unterschiedlich je nach Wirkstoff (meist handelt es sich aber um ein Kontakgift)

Nachteil: je nach Fell Konsistenz kann sich das Micropuder nicht so gut verteilen, wenn der Hund oft baden geht wirkt das Halsband ebenfalls nicht so gut da es sich jedes mal rauswäscht wenn der Hund ins Wasser geht, Kontaktallergien sind möglich (beim Tier wie bei Kontaktpersonen). Jeder der das Tier anfässt kommt ebenfalls mit dem Puder in Kontakt.

Spot on´s

Anwendung: Werden dem Tier zwischen die Schulterblättern, entlang des Rückens auf die Haut aufgetragen.

Vorteil: der Wirkstoff zieht in die Haut ein und verteilt sich (meist) in den oberen Hautschichten es gibt inzwischen aber auch Wirkstoffe die bis in die tieferen Schichten eindringen. Der Besitzer (auch Kinder) kommen also nicht in den direkten Kontakt mit dem Wirkstoff. Die Zecke stirbt je nach Wirkstoff beim Kontakt mit der Haut (z.b. Permetrin) oder beim Saugakt (z.b. Flurolaner, Fipronil). In der Regel bieten diese Präperate jedoch einen sehr guten Schutz und sind zwischen 3 und 12 Wochen haltbar.

Nachteil: Bei allen drei der oben genannten Stoffe handelt es sich um Nervengifte und es gibt immer sehr senible Individuen die auf einen der genannten Stoffe reagieren. Bei manchen Tieren kommte es auch durch eine Allergie auf die Trägerstoffe bei allen Spot on´s zu lokalen Hautreaktionen.

Tabletten:

inzwischen gibt es auch Tabletten mit antiparasitären Wirkstoffen (meist ein Verwandter der Gruppe der Isoxazoline -> Fluralaner, Sarolaner, Afoxolaner, Lotilaner)

Vorteil: Kein Kontakt des Wirkstoffes mit der Haut (bei Kontaktallergikern wichtig) kann sich nicht rauswaschen wenn der Hund oft baden geht. Wirksamkeit geht je nach Wirkstoff von 4 – 12 Wochen.

Nachteil: es handelt sich um ein Nervengift und wie bei allen diesen Stoffen kann es bei einer kleinen Gruppe von Tieren zu Problemen damit kommen. Meist bei sehr sensiblen Tieren.

Fazit:

Im Endeffekt muss sich jeder selber entscheiden welchen Schutz er für sich und sein Tier haben möchte. Wichtig ist sich über die Vor- und Nachteile der gewählten Variante bewusst zu sein und sie gegen die Risiken einer zeckenübertragenen Krankheit abzuwägen.

Ganz bewusst möchte ich weder das eine noch das andere in den Vordergrund stellen, muß aber aus eigener Erfahrung sagen das meist die “einfache” Lösung der Spot on´s oder Tabletten im Alltag am praktikabelsten sind, nicht weil sie die besten sind sondern weil sie den langfristigsten, und am wenigsten aufwendigen Schutz bieten. Denn bei allen Risiken die der “chemische” Zeckenschutz sicher hat die Risiken einer Zeckenübertragenen Krankheit sind für Mensch und Tier nicht selten tödlich!

P.S. ich habe auch sehr bewusst keine Markennamen genannt, sondern mich auf die Wirkstoffe beschrängt. Auch sind die Auflistungn der Vor- und Nachteile sicher nicht vollständig und sehr allgemein gehalten, alles andere würde den Umfang eines solchen Beitrages deutlich sprengen. Bitte sprechen Sie mich an ich berate sie gerne!

Frühjahr ist Zeckenzeit